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„Digitale Helfer sollten das Leben einfacher machen und nicht schwieriger.“

By Februar 20, 2018 März 2nd, 2018 No Comments

Heute im Interview: «digitale Diät» Crew-Mitglied und On-/Offline Designer Bruno Prandi
Bruno Prandi, On-/Offline Designer
digitale Diät: Was ist Deine persönliche Motivation, Dich für digitale Diät zu engagieren?
Bruno Prandi: Zuerst war es einfach die Idee. Ich mag neue Ideen und die Herausforderung diese darzustellen, zu transferieren. Und wie bei jeder intensiven Auseinandersetzung mit einem Thema wurde auch hier meine Selbstreflexion angeregt. Ich wurde mir mehr und mehr der Auswirkungen der Digitalisierung, auch auf mich selbst, bewusst und verfolge die Auseinandersetzung darüber, wieviel Digitales gut ist intensiv. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass man Entwicklung nicht aufhalten kann und die Digitalisierung dabei eine wichtige Rolle spielt. Aber ich sehe mittlerweile auch die Schattenseiten dieser Entwicklung und bin der Meinung, dass es für jede/n Einzelne/n und für uns als Gesellschaft enorm wichtig ist, einen gesunden Umgang damit zu finden. Deshalb sind die Themen, die «digitale Diät» aufgreift wichtig.

Kannst Du ein Beispiel nennen, wo Du aktuell Bedarf für eine digitale Diät siehst?
Ja, vor allem bei der beruflichen Anwendung digitaler Tools. Digitale Helfer sollten das Leben einfacher machen und nicht schwieriger. Erschreckend finde ich zum Beispiel, wenn das Resultat von 4 Tagen Zusammenarbeit mit einer kollaborativen Software zu 300 E-Mails führt. Das kann doch nicht die Lösung sein. Bei solchen Auswüchsen ist es aus meiner Sicht enorm wichtig, dass Menschen aufbegehren, sich melden, Ideen generieren und Wege finden, aus solchem Unfug rauszukommen. Man kann als Team Regeln erarbeiten, dass die negativen Auswirkungen aufgefangen werden. Ansonsten führt dies zu Sisyphusarbeit und dazu, dass man ausgelaugt wird und die Freude an der Arbeit verliert.

Wie sieht Deine persönlich digitale Diät aus?
Ich habe keine Mails auf dem Smartphone, sowie fast alle Notifications und Hinweistöne ausgeschaltet. Ich will nicht permanent daran erinnert werden, dass ich Mails gekriegt habe oder dass ich auf etwas reagieren muss. Ich will nicht permanent unterbrochen werden und weiss, dass wenn es wirklich, wirklich wichtig ist, man mich anrufen wird. Ich nutze meine Devices gerne, aber bewusst. Ich entscheide, wann ich was mache.

Was macht ein On-/Offline Designer?
Design wird oft als Dekoration verstanden, als der Farbtupfer am Ende eines Produkts. Dem ist jedoch keineswegs so. Design beginnt schon bei der Formulierung der Idee. Was will man sagen? Und wenn das klar ist, wie tut man dies? Als On-/Offline Designer bei «digitale Diät» fängt das bei den Gesprächen zu neuen Themen und neuen Ideen an und geht dann den ganzen Weg bis zur deren Umsetzung. Vielleicht kommt eine Postkarte dabei heraus, vielleicht eine Präsentation, vielleicht ein Video oder ein Türhänger. Die Frage ist immer, wie stellen wir was dar – online wie offline. Und das Ziel ist es, die bestmögliche Form dafür zu finden.